Camping in Deutschland: die schönsten Ziele

Deutschland ist eines der campingfreundlichsten Länder Europas. Rund 3.400 klassifizierte Campingplätze verteilen sich von der friesischen Küste bis ins Alpenvorland, dazu kommen mehrere Hundert Stellplätze für Wohnmobile, die außerhalb klassischer Plätze liegen. Wer flexibel unterwegs ist und nicht zwingend ein Hotel braucht, findet hier eine erstaunliche Bandbreite an Lagen, Preisen und Naturerlebnissen.

Nordseeküste und Ostsee: Wasser auf beiden Seiten

Die Küstenregionen gehören zu den meistgebuchten Campingzielen im Land. An der Nordsee sind es vor allem die Orte auf Sylt, Föhr und dem Festland bei St. Peter-Ording, die Jahr für Jahr ausgebucht sind. Der Campingplatz Böhl in St. Peter-Ording liegt keine 500 Meter vom Strand entfernt und bietet rund 800 Stellplätze. In der Hochsaison kostet ein Stellplatz für zwei Personen inklusive Fahrzeug dort zwischen 35 und 50 Euro pro Nacht.

Die Ostsee ist in vielen Teilen ruhiger und familiärer. Besonders das Fischland-Darß-Zingst zieht Camper an, die Natur statt Rummel suchen. Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft grenzt direkt an mehrere Plätze. Wer früh bucht, hat auf dem Campingplatz Prerow gute Chancen auf einen Platz mit Meerblick. Stellpreise liegen hier je nach Saison zwischen 25 und 40 Euro.

Bayern: Alpen, Seen und viel Platz

Bayern vereint auf vergleichsweise engem Raum alles, was Camper schätzen: Berge, klare Seen, gut ausgebaute Infrastruktur. Der Chiemsee hat gleich mehrere Plätze direkt am Ufer, darunter den Campingplatz Hofbauer in Bernau, der seit Jahrzehnten Stammgäste anzieht. Der Tegernsee ist aufgrund seiner Popularität teurer und enger, dafür mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

Weniger bekannt, aber lohnenswert: der Forggensee bei Füssen. Der Stausee liegt auf knapp 770 Metern Höhe und bietet freie Sicht auf die Allgäuer Alpen. Im Sommer sind die Wassertemperaturen angenehm, und der Campingplatz Brunnen bietet direkte Seezugänge. Wer die Zugspitze nicht mit tausend anderen Touristen erklimmen will, findet rund um Garmisch-Partenkirchen auch weniger frequentierte Stellplätze in Seitentälern.

Schwarzwald und Mosel: Klassiker mit Substanz

Der Schwarzwald ist kein Geheimtipp mehr, aber er hält, was er verspricht. Die Kombination aus dichten Wäldern, Bächen und überschaubaren Ortschaften funktioniert besonders gut für Camper, die zu Fuß unterwegs sind. Der Titisee ist touristisch stark erschlossen, der nahe Schluchsee deutlich ruhiger und oft günstiger. Plätze wie Camping Wolfsgrund in der Nähe von Freiburg liegen mitten im Wald und haben keine Touristeninfrastruktur direkt vor der Tür.

An der Mosel ist Camping eine Tradition. Zwischen Trier und Koblenz liegen die Weinberge direkt an den Hängen über den Flussschleifen, und viele Plätze haben Weinverkauf direkt auf dem Gelände. Der Campingplatz Schlossberg in Burg an der Mosel ist ein gutes Beispiel: kleiner Betrieb, direkte Lage am Fluss, Weinprobe auf Anfrage. Wer morgens früh aufsteht, hat die Weinbergterrassen oft für sich allein.

Wo man konkret nachschaut

Wer mehrere Regionen vergleichen will, findet auf Plattformen wie Campingplätze in Deutschland strukturierte Übersichten mit Filtern nach Ausstattung, Lage und Saisonöffnungszeiten. Das erleichtert die Vorplanung erheblich, besonders wenn man nicht in Hochsaisonzeiten fahren kann und auf bestimmte Einrichtungen angewiesen ist.

Mecklenburgische Seenplatte: Stille, die man noch findet

Die Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern ist flächenmäßig eine der größten Seenlandschaften Europas. Rund 1.000 Seen auf engstem Raum, dazu Moore, Wälder und kaum Gebirgsrummel. Wer mit Kanu oder Kajak reist, findet hier legale Übernachtungsplätze direkt am Wasser, sogenannte Kanuwanderstützpunkte, teils kostenlos oder für wenige Euro.

Der Müritz-Nationalpark ist der einzige Nationalpark Deutschlands, der vollständig auf dem Festland liegt. Rund um Waren an der Müritz gibt es mehrere Campingplätze, die ganzjährig oder zumindest von April bis Oktober geöffnet sind. Wer im September kommt, trifft auf deutlich weniger Besucher, aber noch stabile Temperaturen und klares Wasser.

Was den Unterschied macht: Ausstattung und Buchungsverhalten

Ein häufiger Fehler ist die kurzfristige Buchung in der Hauptsaison. Populäre Plätze in Bayern, an der Ostsee und im Schwarzwald sind zwischen Mitte Juli und Ende August oft Wochen im Voraus ausgebucht. Wer Flexibilität schätzt, weicht besser auf Vor- oder Nachsaison aus.

Bei der Ausstattung lohnt ein genauerer Blick auf folgende Punkte:

  • Stromanschluss: Nicht alle Plätze bieten ihn an jedem Stellplatz an, was für Wohnmobile mit Kühlschrank relevant ist.
  • Sanitäranlagen: Qualität variiert stark, auch bei ähnlichem Preisniveau. Bewertungen aus der laufenden Saison sind aussagekräftiger als ältere.
  • WLAN: Auf kleineren Plätzen oft nur in Empfangsnähe vorhanden, auf größeren Anlagen inzwischen flächendeckend.
  • Hunde: Viele Plätze erlauben Hunde, manche erheben Aufschläge zwischen 3 und 8 Euro pro Tier und Nacht.
  • Kinderspielplatz und Lage: Für Familien mit kleinen Kindern ist die Entfernung zur Straße oft wichtiger als die Nähe zum See.

Deutschland bietet beim Camping mehr Abwechslung als viele erwarten. Ob Küste, Mittelgebirge, Seenland oder Alpenrand: Wer bereit ist, auch mal einen unbekannten Platz auszuprobieren, findet Lagen, die mit südeuropäischen Zielen problemlos mithalten können. Der Vorteil: keine Fähre, keine langen Fahrtstrecken, und oft deutlich günstigere Gesamtkosten als vergleichbare Ziele in der Toskana oder an der Algarve.