Wer in einem Haus aus den 1970er oder 1980er Jahren wohnt, kennt das Problem: Im Winter zieht es an den Fensterscheiben, die Heizung läuft auf Hochtouren, und die Energierechnung wächst trotzdem. Alte Einfachverglasungen oder frühe Zweischeiben-Konstruktionen haben Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) von 4,0 W/(m²K) oder schlechter. Moderne Dreifachverglasungen kommen auf Werte unter 0,8 W/(m²K). Der Unterschied ist erheblich und schlägt sich direkt in den Heizkosten nieder.
Was der U-Wert wirklich bedeutet
Der U-Wert beschreibt, wie viel Wärme pro Sekunde durch einen Quadratmeter Bauteil entweicht, wenn innen und außen ein Temperaturunterschied von einem Kelvin herrscht. Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmwirkung. Beim Fenstertausch spielen zwei U-Werte eine Rolle: Ug gilt für die Verglasung allein, Uw für das gesamte Fenster inklusive Rahmen. Wer nur auf den Glaswert schaut und den Rahmen vernachlässigt, kann unangenehm überrascht werden. Ein hochwertiges Glas in einem schlecht isolierten Rahmen bringt weniger als erwartet.
Die aktuellen Anforderungen der Gebäudeenergiegesetz-Systematik schreiben für den Austausch von Fenstern in bestehenden Gebäuden einen maximalen Uw-Wert von 1,3 W/(m²K) vor. Neubauten müssen noch strengere Werte einhalten. Wer eine staatliche Förderung über die KfW oder das BAFA in Anspruch nehmen will, muss in der Regel einen Uw-Wert von 0,95 W/(m²K) oder besser nachweisen. Das schließt einfache Zweifachverglasung fast vollständig aus der Förderung aus.
Rahmenmaterial: Holz, Kunststoff oder Aluminium
Die Wahl des Rahmenmaterials ist keine reine Geschmacksfrage. Kunststoffrahmen sind wartungsarm, günstig in der Anschaffung und haben gute Dämmwerte. Holzrahmen bieten hervorragende Dämmung, verlangen aber regelmäßige Pflege und reagieren empfindlicher auf dauerhafte Feuchtigkeitsbelastung. Aluminiumrahmen sind extrem langlebig und ermöglichen schlanke Profilquerschnitte, brauchen aber eine thermische Trennung im Profil, sonst entstehen Kältebrücken.
In der Praxis haben sich Holz-Aluminium-Kombinationen besonders bewährt: innen das warme Holz, außen das witterungsbeständige Aluminium. Die Lebensdauer solcher Konstruktionen liegt bei 40 bis 50 Jahren. Reine Kunststofffenster halten im Schnitt 20 bis 30 Jahre, bevor Dichtungen und Profile spröde werden.
Einbau ist mindestens so wichtig wie das Produkt
Ein hochwertiges Fenster kann seine Eigenschaften nur dann entfalten, wenn der Einbau fachgerecht erfolgt. Die häufigsten Fehler passieren an der Anschlussfuge zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk. Wird diese Fuge nicht dampfdicht abgedichtet, entstehen über Zeit Schimmelprobleme in der Wand. Die Regel lautet: innen luftdicht, außen schlagregendicht und dampfdurchlässig. Das ist als RAL-Montageleitfaden normiert und sollte von jedem Fachbetrieb eingehalten werden.
Wer in Berlin und Umgebung einen zuverlässigen Ansprechpartner sucht, wird beispielsweise bei Fensterbauer Berlin Fenster Komm fündig, einem auf Maßfenster und fachgerechten Einbau spezialisierten Betrieb. Grundsätzlich gilt: Immer mindestens drei Angebote einholen und dabei nicht nur den Preis, sondern auch die angebotene Montagequalität vergleichen.
Förderung: Was aktuell möglich ist
Fenstererneuerung ist förderfähig, aber die Bedingungen ändern sich regelmäßig. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) läuft über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA. Dort können Einzelmaßnahmen wie der Fenstertausch mit bis zu 15 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst werden, unter bestimmten Bedingungen auch mehr. Voraussetzung ist immer die Einbindung eines zugelassenen Energieeffizienz-Experten, der die Maßnahme plant und bestätigt.
Die förderfähigen Höchstkosten pro Wohneinheit liegen derzeit bei 30.000 Euro für Einzelmaßnahmen. Das ergibt einen maximalen Zuschuss von 4.500 Euro. Bei selbstgenutztem Wohneigentum kann zusätzlich ein steuerlicher Abzug nach Paragraph 35c des Einkommensteuergesetzes greifen, sofern keine andere staatliche Förderung für dieselbe Maßnahme in Anspruch genommen wird. Beides gleichzeitig geht nicht.
Schallschutz nicht vergessen
Wer an einer viel befahrenen Straße wohnt, sollte beim Fenstertausch unbedingt den Schallschutz mitdenken. Energetisch optimierte Fenster sind nicht automatisch auch gute Schallschutzfenster. Für wirksamen Lärmschutz braucht es asymmetrische Scheibenzusammenstellungen, zum Beispiel eine Kombination aus 6 mm und 8 mm Glas mit unterschiedlichen Zwischenraumbreiten. Schallschutzklasse 3 (35 dB) ist für Stadtlagen mit mäßigem Verkehr ein sinnvoller Richtwert, in Hauptverkehrsstraßennähe sollte es Klasse 4 (40 dB) sein.
Das Umweltbundesamt weist in seinen Berichten zu Umgebungslärm darauf hin, dass Straßenverkehr nach wie vor die häufigste Quelle belästigenden Lärms in Wohngebieten ist. Wer bei der Fenstersanierung nur auf Wärme schaut und den Schall ignoriert, verschenkt eine Gelegenheit, die erst in 20 bis 30 Jahren wieder kommt.
Checkliste vor dem Kauf
- Uw-Wert des kompletten Fensters erfragen, nicht nur den Ug-Wert der Verglasung
- Rahmenmaterial nach Lage, Pflegeaufwand und Budget wählen
- Montageart klären: Blockrahmen, Einputzrahmen oder Aufsatzkonstruktion
- Schallschutzklasse entsprechend der Lärmbelastung festlegen
- Förderantrag immer vor Auftragsvergabe stellen, nie im Nachhinein
- Energieausweis aktualisieren lassen, wenn mehrere Maßnahmen kombiniert werden
Fenstertausch ist kein Impulskauf. Wer sich vorab informiert, die Förderoptionen kennt und auf einen sorgfältigen Einbau besteht, holt das meiste aus der Investition heraus. Die Amortisationszeit liegt je nach Ausgangszustand und Energiepreisen zwischen 10 und 18 Jahren. In gut gedämmten Häusern mit moderner Heizung kann es auch kürzer sein.


